Linktree-Alternativen, nüchtern verglichen

Ein Link in der Bio, dahinter eine Liste. Das reicht am Anfang. Ab einem bestimmten Punkt kostet es dich mehr, als es bringt. Hier stehen die Alternativen mit ihren echten Haken.

Chris Köhn · Geprüft am 08.08.2026

7 Min. Lesezeit
Illustration: eine Person an einer Weggabelung, ein Weg leuchtet grün
Eine Linkliste zeigt den Weg. Sie ist nicht das Ziel.

Instagram erlaubt in der Bio genau einen Link. Ein Link-in-Bio-Dienst löst das, indem er unter dieser einen Adresse eine Liste anzeigt: WhatsApp, Shop, Termin, Podcast. Eingerichtet in 5 Minuten, kostenlos, kein Wissen nötig. Das ist der ganze Nutzen, und für den Anfang ist er echt.

Interessant wird es beim Vergleich der Anbieter, weil sie sich weniger in den Funktionen unterscheiden als in Datenschutz, Sprache und Abhängigkeit.

ToolWas es istPreisDaten in der EUFür wen
LinktreeDie bekannteste Linkliste für die Instagram-Bio.kostenlose Version, bezahlte Tarife je nach Region unterschiedlichneinals allererster Schritt, wenn du sonst gar nichts hast
LinkDashauf DeutschLink-in-Bio-Seite mit EU-Hosting.kostenlose Version, bezahlte Pläne im einstelligen Euro-Bereichjawenn du bei Linktree bleiben willst, aber ohne Drittland-Transfer
BeaconsLink-in-Bio mit Shop-, Kurs- und Mail-Funktionen obendrauf.kostenlose Version, bezahlte Pläne im niedrigen zweistelligen Dollar-BereichneinCreator, die direkt über die Bio verkaufen
Die drei gängigen Link-in-Bio-Dienste. Preise Stand 08/2026. Wir verlinken ohne Affiliate-Programm, prüf den aktuellen Preis vor dem Abschluss beim Anbieter.

Welche Alternative passt zu dir

Wenn du …dann
heute Abend etwas brauchst und sonst nichts hastLinktree, kostenlos
dieselbe Funktion ohne Drittland-Transfer willstLinkDash, EU-Hosting
direkt aus der Bio verkaufstBeacons, mit Shop und Mail
gefunden werden und Kontakte sammeln willsteine eigene Seite

Warum Datenschutz hier konkret wird

Jeder Besucher deiner Bio-Seite hinterlässt Daten beim Anbieter. Liegt der außerhalb der EU, ist das eine Übermittlung in ein Drittland, für die du als geschäftlicher Nutzer verantwortlich bist. Das ist kein theoretisches Problem, sondern der Grund, warum es überhaupt EU-Anbieter in dieser Kategorie gibt.

Die drei Haken, die alle Dienste teilen

  1. Kein Impressum. Fast kein Dienst hat ein Feld für Pflichtangaben. Sobald dein Profil geschäftlich ist, brauchst du sie trotzdem. Details dazu im Guide zum Instagram-Impressum.
  2. Kein Google. Diese Seiten ranken praktisch nicht. Wer deinen Namen googelt, weil er dich nach einem Gespräch nachschlagen will, findet sie nicht.
  3. Kein eigener Auftritt. Alle Bio-Seiten sehen gleich aus. Genau das ist das Gegenteil dessen, was du im Direktvertrieb brauchst, wo dein einziger echter Unterschied du selbst bist.

Dazu kommt der Punkt, den man erst merkt, wenn er passiert: Der Anbieter kann seine Bedingungen ändern, Funktionen hinter eine Bezahlschranke schieben oder den Dienst einstellen. Deine Adresse in der Bio zeigt dann ins Leere, und dein Impressums-Link auch.

Illustration: ein Stapel identischer Link-Kacheln, eine löst sich heraus
Alle Bio-Seiten sehen gleich aus. Genau das ist das Problem.

Wann lohnt der Umstieg auf eine eigene Seite

Nicht am ersten Tag. Wer gerade angefangen hat und noch nicht weiß, worüber er spricht, ist mit einer kostenlosen Linkliste richtig bedient. Der Umstieg lohnt, sobald mindestens zwei dieser Punkte zutreffen:

  • Menschen googeln deinen Namen, weil sie dich nach einem Gespräch nachschlagen.
  • Du willst Kontakte einsammeln, nicht nur weiterleiten.
  • Du brauchst Impressum und Datenschutzerklärung ohnehin.
  • Du willst nicht aussehen wie alle anderen in deinem Team.

Der Unterschied ist nicht technisch, sondern inhaltlich. Eine Linkliste beantwortet die Frage „wo klicke ich hin“. Eine eigene Seite beantwortet die Frage „wer bist du eigentlich“. Nur die zweite Frage entscheidet, ob jemand mit dir arbeiten will.

Eine Linkliste ist eine Weiterleitung. Sie ist kein Ort, an dem dich jemand kennenlernt.

Der Schritt von der Liste zum eigenen Ort

Eine persönliche Webseite ersetzt die Linkliste und löst nebenbei Impressum, Datenschutz und Auffindbarkeit. Sie kostet 0 Euro Einrichtung und 99 Euro im Monat, inklusive Betrieb und Pflege.

Und sie lässt nicht erkennen, was du vertreibst. Das ist Absicht.

Über den Autor

Chris KöhnGründer von networkseiten

Chris ist seit 2014 selbst im Network Marketing aktiv und baut mit networkseiten persönliche Webseiten für Networker. Er kennt die Branche von innen, nicht als Berater von außen.

Häufige Fragen

Was ist die beste kostenlose Linktree-Alternative?

Wenn es beim Prinzip Linkliste bleiben soll, ist LinkDash die naheliegende Wahl, weil die Daten in der EU liegen und es eine kostenlose Stufe gibt. Beacons bietet mehr Funktionen kostenlos, sitzt aber in den USA.

Ist Linktree DSGVO-konform?

Linktree ist ein australischer Anbieter, die Nutzung führt zu einer Datenübermittlung in ein Drittland. Für geschäftliche Nutzung musst du das in deiner Datenschutzerklärung abbilden und die Rechtsgrundlage prüfen. EU-Anbieter ersparen dir diesen Schritt.

Kann ich mein Impressum in Linktree hinterlegen?

Es gibt kein dediziertes Impressumsfeld. Du kannst einen Link mit der Beschriftung Impressum in die Liste setzen, brauchst dafür aber eine Seite, auf die er zeigt. Sauberer ist das Impressumsfeld im Instagram-Business-Konto, das ebenfalls eine Ziel-URL erwartet.

Lohnt sich eine eigene Website statt Linktree?

Sobald du gefunden werden, Kontakte einsammeln oder unterscheidbar sein willst. Eine Linkliste leitet weiter, eine eigene Seite erklärt, wer du bist, und sie rankt bei Google. Für den allerersten Start reicht die kostenlose Liste.